Ein Mountainbike sieht sportlich aus, ist leicht und sehr stabil. Zumindest wenn es sich um ein gutes Markenrad handelt. Von Mountainbikes, die verräterisch billig sind und "rassig" aussehen kann ich nur dringend abraten. Mir ist solch eines "unter dem Hintern" zerbrochen und ich hatte Glück, dass nichts schlimmeres passiert war.
Die breiten Reifen surren herrlich auf dem Asphalt und man fragt sich, ob der Reibungswiderstand nicht deutlich höher, als bei schmalen Fahrradreifen ist. Wenn man sie stramm aufpumpt rollen sie fast genauso gut auf Strassen wie schmale Reifen. Fährt man abseits der Wege und reduziert den Luftdruck, verringert sich der Rollwiderstand sogar. Der Grund dafür ist, dass beim Überrollen eines Steines z.B. der Reifen nicht darüber springt, sondern sich eher "darüber wälzt". Dadurch bleibt die Vorwärtsenergie erhalten. Ein zu strammer Reifen springt über das Hindernis und die Vorwärtsenergie wird nach oben umgeleitet, was einen langsamer macht.
Besonders für Radtouren abseits der befestigten Wege sind Mountainbikes natürlich am besten geeignet, obwohl die flache Sitzhaltung einen zwingt, den Nacken abzuknicken, was ich als unangenehm empfinde. Aber die breiten Reifen und die insgesamt stabile Bauweise machen sie eben für diesen Einsatzzweck zum idealen Gefährt. Ich habe mein MTB übrigens bei Amazon gekauft und war überrascht wie gut Transport, Abwicklung und Zusammenbau verliefen.
Der stabile Aluminium-Rahmen meines "Serious Provo Trail" (Originalpreis 1000 Euro, bezahlt bei Amazon 618 Euro) ist aus Flugzeug-Aluminium gefertigt und unauffällig grau mit Pulverbeschichtung lackiert. Selbst Steinschläge hält der Lack aus und verspricht lange Haltbarkeit. Die Nahtstellen sind ordentlich verarbeitet, eine zusätzliche Verstärkung am Gabelrohr sorgt für noch mehr Stabilität. Ich bin mit 50 km/h durch zwei tiefe Schlaglöcher gefahren und hatte keinerlei Probleme, weder mit der Federgabel, noch mit Rahmen oder Reifen, bzw. Rädern.

Das "Serious Provo Trail" 30 Minuten nach dem Auspacken fertig montiert.
Nach drei Tagen war das Mountainbike durch die Post da!
Die Kettenschaltung von Shimano hat 27 Gänge und arbeitet sehr präzise und leise. Nur ein leichtes "Klick" verrät, dass man den Gang gewechselt hat. Mit jeweils zwei Hebeln schaltet man hoch bzw. runter. Links schaltet man das vordere Kettenblatt, rechts den hinteren Zahnkranz.

Die Federgabel hat einen Federweg von 100 mm und kann während der Fahrt durch den Remote Lockout blockiert werden. Das ist besonders sinnvoll und nützlich, wenn es bergauf geht. Wer bergauf mit einfedernder Gabel fährt verschwendet sehr viel Energie und kommt kaum vorwärts. Den Härtegrad kann man leicht durch Drehen am linken Federbein einstellen.

Durch Drehen kann die Härte der Federgabel eingestellt werden.

Mit dem Remote Lockout kann man während der Fahrt die Gabel blockieren.
Die hydraulische Scheibenbremse von Magura (vorne 180 mm/hinten 160 mm) bremst bei Trockenheit und bei Regen gleichermaßen gut und reicht für Radtouren im unwegsamen Gelände vollkommen aus. Selbst bei 50 km/h beträgt der Bremsweg nur 15 Meter. Ein großes Plus an Sicherheit!


Da ich keine Lust habe bei Regen von vorne und hinten mit Dreck bespritzt zu werden, habe ich zwei flexible Kunststoff-Schutzbleche (Topeak Defender) montiert, die mich auch vor herumfliegenden Steinen schützen (ca. 35 Euro) Außerdem sehen die Teile cool aus ;-) und geben dem Rad eine "Cross-Note". Das transparente Weichplastik an den Rändern ist flexibel und verzeiht auch mal eine "unsanfte Berührung".

Die originalen dünnen Griffe fühlen sich zwar ganz gut an, bescherten mir jedoch schon nach 30 Minuten Kribbeln und Schmerzen in den Händen. Für stolze 50,- Euro habe ich mir dann noch die ergonomischen Griffe "Ergon R2" mit Hörnchen aus Magnesium montiert. Durch die breitere Auflagefläche und die Möglichkeit umzugreifen fährt es sich jetzt richtig schön. Kein Kribbeln mehr und keine Schmerzen in den Händen. Die Montage ist leicht und die Griffe können exakt und individuell im Winkel eingestellt werden.

Die Reifen laufen auf der Straße sehr leicht und haben genug Griff im Gelände. Wenn man schnell fährt ist das typische Surren der Reifen zu hören. Diese Schwalbe-Reifen haben keine Kevlareinlage (Pannenschutz).

Der Sattel ist zwar schmal, kann jedoch in Neigung und horizontaler Position individuell eingestellt werden. Dadurch sitzt man optimal und kann auch längere Strecken von 90 Minuten am Stück gut fahren.
